Tagungen

Die Historische Kommission veranstaltet seit ihrer Gründung einmal im Jahr an wechselnden Orten eine wissenschaftliche Tagung, auf der Mitglieder und Nichtmitglieder die Möglichkeit bekommen, aus ihren Forschungen öffentlich vorzutragen. Neben den in häuslicher Heimarbeit bearbeiteten größeren und kleineren Projekten ist dies innerhalb der Kommission die wichtigste Möglichkeit zur fachlichen Beratung und Diskussion. Seit der Jahrestagung 1979 in Gundelsheim werden die überarbeiteten Vorträge in der Schriftenreihe „Tagungsberichte“ veröffentlicht. Bibliographische Angaben und Inhaltsverzeichnisse der bisher erschienenen Bände finden Sie unter "Veröffentlichungen".

Jahrestagungen seit 1990

1990 in Nürnberg. "Der Deutsche Orden in Preußen". Diese Tagung stand im Zusammenhang mit der großen Jubiläumsausstellung im Germanischen Nationalmuseum, an deren Konzeption und Durchführung unsere Kommission durch Personalunion mit der Internationalen Historischen Kommission zur Erforschung des Deutschen Ordens beteiligt war. Inhaltlich ging es sowohl um eine Gesamtdeutung als auch um eine Reihe von Einzelthemen und um die Rezeption im 19./20. Jahrhundert.
1992 in Göttingen. Ursprünglich war die Tagung für Halle a. S. vorgesehen, wo dem genius loci entsprechend das 17. / 18. Jahrhundert hätte sein Thema sollen. Aus technischen Gründen (mangelnde Unterkunftsmöglichkeiten) mußte dieses Vorhaben auf unbestimmte Zeit verschoben werden. In Göttingen wurde dann nach einigen kirchengeschichtlichen Themen über Forschungs- und Lehrmöglichkeiten in Litauen und Polen referiert.
1993 in Münster. "Bevölkerungsgeschichte des Preußenlandes". Die Themen hatten ihr Schwergewicht in Mittelalter und früher Neuzeit. Es ging dabei sowohl um Wanderungsprobleme als auch um sozialgeschichtliche Fragen.
1994 in Oldenburg. "450 Jahre Gründung der Universität Königsberg". Die Folge der Vorträge reichte vom Gründungsjahrhundert bis in unsere Zeit, wobei zwei Redner, die noch selbst an der Albertina studiert hatten, und eine russische Referentin aus dem heutigen Kaliningrad hervorzuheben sind. Drei Kommissionsmitglieder haben im September 1994 die geschichtswissenschaftliche Sektion der großen Jubiläumsfeier in Königsberg / Kaliningrad mitgestaltet, einschlägige Beiträge sind in dem von Dietrich Rausching und Donata v. Nerée herausgegebenen Band über die Königsberger Universitätsprofessoren erschienen.
1995 in Mühlhausen in Thüringen "Deutscher Orden in Thüringen und Hessen" und "Geschichtsschreibung des Preußenlandes". Der Tagungsort regte an, den Orden in dieser Region zu betrachten. Außerdem wurden im Anschluß an die universitätsgeschichtliche Tagung des Vorjahres Probleme der Landesgeschichtsschreibung besonders im Blick auf Polen behandelt.
1996 in Thorn/Torun: "Neue Forschungen von der Frühgeschichte bis zur Zeitgeschichte des Preußenlandes". Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg konnte im Arbeitsgebiet selbst eine Tagung stattfinden. Vorwiegend jüngere Wissenschaftler aus Deutschland und Polen erhielten die Möglichkeit, aus ihren Forschungsgebieten vorzutragen.
1997 in Hamburg: "Kirchengeschichtliche Probleme des Preußenlandes in Mittelalter und früher Neuzeit". Ein lange vernachlässigtes Arbeitsgebiet konnte hier behandelt werden, die philologischen Beiträge fanden besondere Beachtung.
1998 in Elbing/Elblag: "75 Jahre Historische Kommission – Forschungsrückblick und Forschungswünsche". Auf Anregung polnischer Kollegen fand die Tagung in der Nachbarschaft der Marienburg statt, auf der vor 75 Jahren die entscheidenden Verhandlungen stattgefunden haben, die zur Kommissionsgründung führten. Unter den Forschungswünschen wurden vor allem sozialgeschichtliche Probleme der frühen Neuzeit diskutiert.
1999 in Görlitz: "Kulturgeschichte des Preußenlandes vom späten 18. bis zum 20. Jahrhundert". Mit vor allem wissenschaftskritischen, philologischen und kunstgeschichtlichen Themen wurde nur ein Teil des weiten Feldes abgedeckt, das auf einer späteren Tagung fortgesetzt werden soll.
2000 in Allenstein / Olsztyn: "Die Volksabstimmung 1920 - Voraussetzungen, Verlauf und Folgen".
2001 in Greifswald: "Die landesgeschichtliche Bedeutung der Königsberger Krönung von 1701".
2002 in Berlin: "Kirche und Welt in der Frühen Neuzeit im Preußenland". Anlass der Tagung war die 400. Wiederkehr der ersten litauischen Bibelübersetzung durch Johannes Bretke, begleitet von einer Ausstellung des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz.
2003 in Danzig/Gdansk: "Danzig vom 15. bis 20. Jahrhunderts". Themen der Vorträge waren die Stadt-, Kultur-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Danzigs und seines Umfelds.
2004 in Bochum: "Migration und Integration". Die vielfältigen Verbindungen zwischen dem Ruhrgebiet, Polen und Preußen boten den Rahmen für eine Tagung zur Migration nach und aus Ost- und Westpreußen vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert.
2005 in Göttingen beschäftigte sich aus dem Anlaß des 750jährigen Königsberger Stadtjubiläums mit stadtgeschichtlichen Fragen, teilweise wiederholt mit russischen Kollegen in der Staatlichen Kant-Universität in Königsberg/Kaliningrad.
2006 in Allenstein / Olsztyn (zusammen mit dem Historischen Verein für Ermland): "Rückbesinnung auf Europa. Historiographie Ost- und Westpreußens im deutsch-polnischen Dialog"
- 2007 in Hamburg über Kulturgeschichte, insbesondere Musik und Literatur der frühen Neuzeit im Preußenland
- 2008 in Bütow/Bytów in der früheren Deutschordensburg über Militärgeschichte von der Ordenszeit bis zum Zweiten Weltkrieg im Preußenland
- 2009 in Memel/Klaipeda mit dem Thema "Memel als Brücke zu den baltischen Ländern. Kulturgeschichte Klaipedas vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert"
- 2010 in Erfurt mit dem Themena "Literatur des Preußenlandes in Mittelalter und Neuzeit"